Fernschutz-Blog

Der Anruf vom falschen Microsoft-Support – so läuft die Masche ab

Vom ersten Klingeln bis zum leergeräumten Konto: die Schritte der Täter im Detail – und die drei Momente, in denen Sie den Betrug stoppen können.

19. August 2026 · Lesezeit ca. 2 Minuten · Tobias Schleret

Es beginnt harmlos: Das Telefon klingelt, eine freundliche Stimme meldet sich – oft auf Englisch oder mit Akzent, zunehmend aber auch in fehlerfreiem Deutsch. „Hier ist der technische Support von Microsoft. Ihr Computer sendet Fehlermeldungen an unsere Server.“ Wer jetzt zuhört, statt aufzulegen, ist bereits im Drehbuch der Täter gelandet.

Der Anrufer wirkt kompetent. Er lässt sein Opfer die Windows-Ereignisanzeige öffnen – ein Bordwerkzeug, das auf jedem Computer harmlose Warnungen und Fehler auflistet. Für Laien sehen diese Einträge bedrohlich aus, und genau darauf baut die Masche: „Sehen Sie die vielen Fehler? Ihr Computer ist infiziert.“

Dann folgt der entscheidende Schritt: Das Opfer soll eine „Diagnose-Software“ installieren – in Wahrheit ein ganz normales Fernwartungsprogramm wie AnyDesk oder TeamViewer. Sobald die Verbindung steht, sehen die Täter den Bildschirm, bewegen die Maus und öffnen das Online-Banking. Häufig wird das Opfer parallel am Telefon abgelenkt oder aufgefordert, den Bildschirm „für die Reparatur“ nicht anzuschauen.

Der Schaden entsteht in Minuten: Überweisungen, angebliche „Rückerstattungen“, bei denen das Opfer selbst Geld transferiert, oder der Kauf von Gutscheinkarten. Ist das Geld einmal im Ausland, ist es fast immer verloren – die Täter sitzen in Callcentern außerhalb der EU.

Die drei Momente, in denen Sie die Masche stoppen können: Erstens beim Anruf selbst – Microsoft ruft niemals unaufgefordert an, kein seriöses Unternehmen tut das. Auflegen genügt. Zweitens bei der Installations-Aufforderung – wer am Telefon zur Installation eines Programms gedrängt wird, spricht mit Betrügern, ohne Ausnahme. Drittens technisch: Eine Schutzsoftware wie unser Fernschutz-Wächter beendet Fernwartungsprogramme automatisch, bevor die Täter den Bildschirm sehen – das schützt auch in dem Moment, in dem die Überredung schon funktioniert hat.

Quellen & weiterführende Links

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