Von allen Fernwartungs-Maschen ist die Rückerstattung die psychologisch cleverste – sie macht sich nicht Angst, sondern Anstand zunutze. Das Drehbuch: Ein „Support-Mitarbeiter“ (Microsoft, Amazon, die Bank – austauschbar) kündigt eine Erstattung an, etwa für ein „versehentlich berechnetes Abo“. Zur Abwicklung lässt er sich per Fernwartung auf den PC schalten und öffnet das Online-Banking des Opfers.
Dann passiert der Kunstgriff: Während das Opfer kurz abgelenkt wird („Schauen Sie bitte nicht auf den Bildschirm, das stört die Verbindung“), verschieben die Täter Geld zwischen den eigenen Konten des Opfers – vom Sparkonto aufs Girokonto – oder manipulieren schlicht die HTML-Anzeige im Browser. Ergebnis: Das Girokonto zeigt plötzlich 3.000 € mehr. „Oh nein, ich habe eine Null zu viel getippt! Bitte überweisen Sie die Differenz zurück, sonst verliere ich meinen Job.“
Das Opfer sieht das „fremde“ Geld mit eigenen Augen auf dem eigenen Konto und überweist zurück – echtes, eigenes Geld auf das Konto der Täter. Manche Varianten verlangen die Rückgabe in Gutscheinkarten, „weil die Buchhaltung das so schneller verrechnet“.
Merksätze für die Familie: Niemand erstattet Geld per Fernwartung. Kontobewegungen prüft man selbst, in Ruhe, nach aufgelegtem Hörer – am besten am nächsten Tag. Und die Bitte, beim eigenen Online-Banking wegzuschauen, ist für sich genommen schon der komplette Beweis des Betrugs. Technisch endet die Masche übrigens, bevor sie beginnt, wenn die Fernwartung gar nicht erst startet – dafür sorgt Fernschutz.