Die E-Mail sieht nach Routine aus: „Vielen Dank für Ihre Bestellung. Ihr Virenschutz-Abo wurde für 349,99 € verlängert. Bei Fragen erreichen Sie uns unter…“ Wer nie etwas bestellt hat, erschrickt – und genau das ist der Plan. Denn anders als beim klassischen Phishing gibt es hier oft keinen Link. Die Falle ist die Telefonnummer.
Wer dort anruft, um die angebliche Abbuchung zu stoppen, landet im Betrugs-Callcenter. Der „Kundendienst“ zeigt sich verständnisvoll: Selbstverständlich werde erstattet, dafür müsse nur kurz ein „Erstattungsformular“ geöffnet werden – per Fernwartungssoftware. Es folgt die Rückerstattungs-Masche: Auf dem Bildschirm wird eine zu hohe Gutschrift vorgegaukelt („Oh, ich habe versehentlich 3.499 € statt 349 € erstattet!“), und das Opfer wird gedrängt, die Differenz zurückzuüberweisen oder in Gutscheinkarten zu „erstatten“.
Das Perfide: Die Täter nutzen die Ehrlichkeit ihrer Opfer. Wer glaubt, fremdes Geld erhalten zu haben, will es zurückgeben – und merkt nicht, dass die „Gutschrift“ nur eine manipulierte Browser-Anzeige oder eine Umbuchung zwischen den eigenen Konten war.
So schützen Sie sich: Rechnungen für nie bestellte Leistungen sind Köder – nicht zahlen, nicht anrufen, löschen. Ob wirklich abgebucht wurde, zeigt ein Blick auf das echte Kontoauszug (nicht auf die Mail!). Nummern aus E-Mails sind nie ein Beweis für Echtheit. Und die Grundregel dieser gesamten Artikelserie gilt auch hier: Wer Sie am Telefon zur Installation eines Programms auffordert, ist Betrüger.