„Drücken Sie die Windows-Taste und tippen Sie: Schnellhilfe.“ Mit diesem Satz beginnt eine besonders bequeme Variante des Support-Betrugs – bequem für die Täter. Denn die Schnellhilfe (englisch „Quick Assist“) ist in Windows 10 und 11 vorinstalliert. Kein Download, keine Installation, keine Warnung: Das Opfer muss nur einen sechsstelligen Code eintippen, den der Anrufer diktiert, und den Zugriff bestätigen.
Microsoft hat das Werkzeug für ehrliche Zwecke gebaut – Familien-IT, Firmen-Support. Aber genau die Eigenschaften, die es praktisch machen, machen es zur Betrugswaffe: Es ist immer da, es sieht offiziell aus (es ist ja von Microsoft!), und der Verbindungsaufbau dauert keine Minute. „Sehen Sie, wir sind der echte Microsoft-Support, das Programm ist schon auf Ihrem Computer“ – dieses Argument überzeugt viele Opfer endgültig.
Dazu kommen die älteren Verwandten der Schnellhilfe: Remotedesktop und die Remoteunterstützung, beide ebenfalls Teil von Windows. Auf einem Rechner, dessen Besitzer nie selbst Fernhilfe organisiert, sind alle drei ein reines Risiko ohne Nutzen.
Unsere Empfehlung ist deshalb klar: Auf dem PC von Eltern und Großeltern gehören die eingebauten Fernzugriffe abgeschaltet. Das geht von Hand über die Windows-Einstellungen – oder automatisch: Die Fernschutz-Installation deaktiviert Remotedesktop, Remoteunterstützung und Schnellhilfe in einem Rutsch, sperrt den zugehörigen Netzwerk-Port und überwacht zusätzlich, dass nichts davon wieder aktiviert wird. Die legitime Fernhilfe der Familie läuft stattdessen über den einen abgesicherten Zugang mit eigenem Passwort.