Diese Masche beginnt selten am Telefon – meist steht am Anfang eine Anzeige im Internet: Prominenter empfiehlt Trading-Plattform, „500 € werden zu 5.000 €“. Wer seine Telefonnummer einträgt, bekommt kurz darauf einen Anruf vom persönlichen „Berater“ oder „Broker“. Freundlich, geduldig, gut geschult.
Die erste Einzahlung ist klein, oft 250 €. Auf der Plattform – die komplett den Tätern gehört – wachsen die Zahlen wie von Zauberhand. Der „Gewinn“ ist frei erfunden, aber er wirkt: Jetzt ist Vertrauen da. Und jetzt kommt die Fernwartung ins Spiel: Der Berater bietet an, „gemeinsam“ die nächsten Schritte zu machen, und lässt sich per AnyDesk auf den Rechner schalten. Angeblich, um beim Einrichten zu helfen. Tatsächlich, um Überweisungen zu steuern, Kontostände auszuspähen – und in vielen Fällen, um heimlich Kredite im Namen des Opfers zu beantragen.
Wer aussteigen will, dem werden „Steuern“ und „Gebühren“ berechnet, die vor der Auszahlung fällig seien. Es wird nie ausgezahlt. Die Verluste gehen häufig in die Zehntausende, weil die Täter ihre Opfer über Monate begleiten.
Warnzeichen: Garantierte Renditen gibt es nicht. Seriöse Banken und Broker schalten sich niemals per Fernwartung auf Privatrechner. Und wer Sie drängt, „schnell“ zu entscheiden, verkauft nichts Gutes. Prüfen Sie Anbieter in der Unternehmensdatenbank der BaFin, sprechen Sie vor größeren Einzahlungen mit Ihrer Hausbank – und sichern Sie den Rechner investierfreudiger Angehöriger mit einem Wächter, der die „gemeinsame Sitzung“ mit dem Broker technisch unmöglich macht.