„Das bringt doch eh nichts“ – dieser Satz ist verständlich und trotzdem falsch. Ja, die Aufklärungsquote bei Tätern im Ausland ist ernüchternd. Aber die Anzeige erfüllt drei andere Zwecke: Sie ist oft Voraussetzung für Erstattungen der Bank und für Versicherungen, sie liefert den Ermittlern die Datenpunkte, aus denen Struktur-Ermittlungen gegen Callcenter entstehen, und sie macht das Ausmaß der Kriminalität sichtbar – was Druck für Prävention und internationale Zusammenarbeit erzeugt.
Wo anzeigen? Jede Polizeidienststelle nimmt Anzeigen auf, unabhängig vom Wohnort. Bequemer ist die Onlinewache: Jedes Bundesland betreibt ein Portal, erreichbar über die Internetwache-Seiten der Landespolizeien; dort lässt sich die Anzeige samt Anlagen von zu Hause erstatten.
Was mitbringen/hochladen? Datum und Uhrzeit der Anrufe, angezeigte Rufnummern, Name der installierten Software (z. B. AnyDesk – dort ggf. die Verbindungs-ID aus dem Programm notieren, bevor der PC bereinigt wird), Kontoauszüge mit den strittigen Buchungen, Empfänger-IBANs, E-Mails und Screenshots. Je konkreter, desto besser – Empfänger-Konten sind für Ermittler die wertvollste Spur, denn dahinter stehen „Finanzagenten“ in Deutschland, an die man herankommt.
Parallel immer: zuerst die Bank (Sperr-Notruf 116 116, Rückholung versuchen), dann die Anzeige. Die Reihenfolge entscheidet über das Geld, die Anzeige über alles Weitere. Betroffene, die sich schämen: Die Beamten kennen diese Maschen zur Genüge – niemand wird belächelt. Jede Anzeige hilft, das Bild zu vervollständigen.