Es ist passiert: Ein Anruf, eine Fernwartung, vielleicht schon eine Überweisung. Jetzt zählt Geschwindigkeit – aber in der richtigen Reihenfolge. Diese Checkliste führt durch die ersten 24 Stunden.
1. Verbindung kappen. Internet trennen (WLAN aus, Netzwerkkabel ziehen) oder den PC ausschalten. Das beendet jede laufende Fernsitzung sofort.
2. Bank anrufen – zuerst! Über die Ihnen bekannte Nummer oder den zentralen Sperr-Notruf 116 116. Schildern Sie den Fall, lassen Sie Online-Banking und Karten sperren, fragen Sie ausdrücklich nach der Möglichkeit, laufende Überweisungen zurückzurufen. Jede Minute zählt.
3. Von einem sauberen Gerät aus Passwörter ändern. Nicht vom betroffenen PC! Zuerst E-Mail-Konto (das ist der Schlüssel zu allem), dann Online-Banking, dann weitere Konten. Überall dort Zwei-Faktor-Anmeldung aktivieren.
4. Anzeige erstatten. Bei jeder Polizeidienststelle oder über die Onlinewache Ihres Bundeslandes. Nehmen Sie mit, was Sie haben: Uhrzeit des Anrufs, Rufnummer, Name des Programms, das installiert wurde, Kontoauszüge. Die Anzeige ist auch für die Bank wichtig, wenn es um Erstattung geht.
5. Den PC nicht einfach weiterbenutzen. Die Täter hinterlassen manchmal Autostart-Einträge oder zusätzliche Programme. Lassen Sie das Gerät von einer vertrauenswürdigen Person prüfen; im Zweifel ist eine Neuinstallation von Windows der sichere Weg. Danach: Schutz einrichten, damit es kein zweites Mal passiert – von den Grundregeln bis zu technischen Wächtern wie Fernschutz.
Und: Kein falsches Schamgefühl. Diese Maschen sind professionell gebaut und treffen täglich auch Menschen mit viel Computererfahrung. Wer den Fall meldet, schützt andere.