Mitten im Surfen friert der Browser ein: grelle Warnung, Dauerton, dazu der Text „Ihr Computer wurde gesperrt. Rufen Sie sofort den Microsoft-Support an“ – mit Telefonnummer. Manche Varianten sprechen sogar per Computerstimme. Das wirkt bedrohlich, ist aber nichts weiter als eine präparierte Webseite im Vollbildmodus.
Der Trick: Die Seite blockiert Mausklicks, öffnet sich immer wieder neu und schaltet in den Vollbild. Technisch ist nichts gesperrt, nichts infiziert, nichts verschlüsselt – es ist Theater. Ziel ist der Anruf bei der eingeblendeten Nummer. Dort sitzt ein Callcenter, das die „Reparatur“ anbietet: per Fernwartung, gegen Gebühr, mit Zugriff aufs Konto.
So werden Sie das Pop-up los: Taste F11 beendet den Vollbild. Dann den Browser-Tab schließen. Klappt das nicht: Tastenkombination Strg + Umschalt + Esc öffnet den Task-Manager, dort den Browser beenden. Beim nächsten Start des Browsers nicht „Seiten wiederherstellen“ wählen. Das war’s – mehr Reparatur braucht es nicht.
Wichtig fürs Familiengespräch: Die Nummer auf dem Bildschirm niemals anrufen, egal wie offiziell das Logo aussieht. Microsoft blendet keine Support-Nummern in Warnungen ein und ruft auch nicht an. Wer den Anruf trotzdem macht und zur Installation eines Programms überredet wird, landet in derselben Maschine wie beim Telefon-Betrug – dort greift dann der Fernschutz-Wächter als letzte Verteidigungslinie.