Fernschutz-Blog

„Ihr Internet wird morgen abgeschaltet“: die Provider-Masche

Anrufe im Namen von Telekom, Vodafone oder O2 setzen auf Angst vor dem Anschlussverlust. Auch hier ist das Ziel der Fernzugriff.

15. Oktober 2025 · Lesezeit ca. 2 Minuten · Tobias Schleret

Neben „Microsoft“ und „Bank“ hat sich eine dritte Verkleidung etabliert: der Internetanbieter. „Hier ist die Telekom-Sicherheitsabteilung. Ihr Router ist infiziert und verteilt Schadsoftware – wenn wir das nicht sofort beheben, müssen wir Ihren Anschluss sperren.“ Die Drohung wirkt, denn ohne Internet geht heute wenig: kein Online-Banking, keine Videotelefonie mit den Enkeln, keine E-Mail.

Der weitere Verlauf folgt dem bekannten Drehbuch: „Zur Reparatur“ soll eine Fernwartungssoftware auf den PC – angeblich, um den Router zu prüfen. Technisch ist das doppelt absurd: Ein Provider kann seine eigene Router-Infrastruktur aus der Ferne diagnostizieren, ohne je auf den PC des Kunden zu müssen, und echte Störungen werden über die Störungs-Hotline abgewickelt, die der Kunde anruft.

Varianten der Masche: Mal wird eine „Entschädigung“ für langsames Internet angeboten (die Rückerstattungs-Falle), mal sollen „Techniker-Gebühren“ per Gutscheinkarte gezahlt werden, mal geht es angeblich um die Umstellung auf einen neuen Tarif, für die man „kurz die Kontoverbindung bestätigen“ müsse.

Die Abwehr bleibt gleich: Provider kündigen echte Sperren schriftlich an, nicht 20 Minuten vorher am Telefon. Auflegen, selbst die bekannte Hotline anrufen, fertig. Wer unsicher ist, ob wirklich eine Störung vorliegt, prüft die offizielle Störungsseite des Anbieters. Und für den PC der Eltern gilt wie immer: Wenn die Fernwartung technisch blockiert ist, endet auch dieser Anruf harmlos.

Quellen & weiterführende Links

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