In dieser Artikelserie ist ständig von „Fernwartung“ die Rede – Zeit, die Technik einmal in Ruhe zu erklären. Denn wer versteht, was diese Programme können, versteht auch, warum sie in falschen Händen so gefährlich sind.
Fernwartungssoftware verbindet zwei Computer über das Internet, sodass der eine den anderen sehen und bedienen kann. Auf dem PC, dem geholfen wird, läuft ein Programm, das den Bildschirminhalt laufend überträgt – wie ein Videoanruf, nur dass das „Video“ der eigene Desktop ist. In die Gegenrichtung fließen Maus- und Tastaturbefehle: Der Helfer klickt bei sich, der Klick passiert beim Geholfenen.
Damit nicht jeder jeden fernsteuern kann, gibt es Verbindungscodes: Der Geholfene liest eine ID und ein Einmal-Kennwort vor, der Helfer tippt sie ein. Genau diese Hürde überwinden Betrüger mit Worten – sie diktieren ihrem Opfer am Telefon Schritt für Schritt, was zu tippen und zu bestätigen ist. Die Software funktioniert dabei völlig korrekt; getäuscht wird der Mensch.
Was der Fernzugriff dann erlaubt, unterschätzen viele: alles, was der Nutzer selbst könnte. Dateien öffnen und kopieren, Programme installieren, das Online-Banking bedienen, Passwörter im Browser auslesen, den Bildschirm schwärzen, damit das Opfer nichts sieht. Moderne Tools übertragen auch Dateien direkt und starten sich auf Wunsch bei jedem Windows-Start mit – so wird aus einer „Hilfesitzung“ ein Dauerzugang.
Deshalb unser Ansatz bei Fernschutz: Auf einem PC, der keine Fernwartung braucht, wird die gesamte Kategorie blockiert – statt darauf zu hoffen, dass im entscheidenden Moment jeder Verbindungscode verweigert wird.