„This is Europol. Your identity has been stolen…“ – millionenfach klingelten in den letzten Jahren solche Bandansagen auf deutschen Telefonen, oft englisch, zunehmend deutsch. Wer eine Taste drückt, landet bei einem „Ermittler“: Die eigene Identität sei für Drogengeschäfte oder Geldwäsche missbraucht worden, ein Haftbefehl liege vor. Zur „Entlastung“ müsse man kooperieren.
Die Kooperation hat es in sich: Mal sollen „zur Sicherung“ Ersparnisse auf ein „Treuhandkonto der Behörde“ überwiesen werden, mal wird ein „Sicherheits-Scan“ des Computers verlangt – per Fernwartungssoftware, versteht sich. Die Täter kombinieren Angst (Verhaftung!) mit Autorität (Behörde!) und Eile (heute noch!). Diese Mischung schaltet bei vielen Menschen das kritische Denken ab – das ist keine Schwäche, sondern Absicht des Designs.
Zur Einordnung, so klar wie möglich: Europol, Interpol, BKA und Polizei rufen Privatpersonen nicht an, um Ermittlungen zu führen, und fordern niemals Geld, Wertsachen oder Computerzugriff. Behörden arbeiten schriftlich und laden vor. Ein „Beamter“, der am Telefon Überweisungen oder Software-Installationen verlangt, ist ein Betrüger – ohne jede Ausnahme.
Wenn ein solcher Anruf kommt: auflegen, nichts drücken, nichts bestätigen. Bei Unsicherheit die echte örtliche Polizeidienststelle selbst anrufen (Nummer selbst heraussuchen!). Und wer merkt, dass ältere Angehörige solche Anrufe erhalten, sollte das Familiengespräch führen – unsere Anleitung dazu findet sich hier – und den PC technisch absichern, bevor einer der Anrufe auf fruchtbaren Boden fällt.