Kein Anruf, keine Stimme, nur eine Nachricht von unbekannter Nummer: „Hallo Mama, mein Handy ist ins Wasser gefallen, das ist meine neue Nummer. Kannst du die alte löschen und mir auf dieser schreiben?“ Wer antwortet, bekommt bald das eigentliche Anliegen: Eine dringende Rechnung sei fällig, das Online-Banking gehe vom neuen Handy noch nicht – ob Mama „kurz“ überweisen könne. Es sind meist zwei, drei Überweisungen zu je einigen Hundert bis über Tausend Euro, versehen mit Zeitdruck und Dankes-Herzchen.
Die Masche wirkt, weil sie exakt in Alltagslücken passt: Ein kaputtes Handy ist plausibel, die Bitte klingt nach dem eigenen Kind, und Eltern helfen reflexhaft. Die Täter verschicken ihre Erstnachricht massenhaft – „Mama“ und „Papa“ passen fast immer irgendwo.
Die Abwehr ist einfach, wenn man sie kennt: Auf der alten, bekannten Nummer anrufen – in den allermeisten Fällen geht das echte Kind ganz normal ran. Alternativ eine Kontrollfrage stellen, die nur die echte Person beantworten kann, oder das Familien-Codewort abfragen. Geld wird grundsätzlich nie aufgrund einer reinen Textnachricht überwiesen – dieser Familiengrundsatz kostet nichts und verhindert die gesamte Masche.
Wenn bereits überwiesen wurde: sofort die eigene Bank anrufen (Sperr-Notruf 116 116) und Rückholung versuchen, danach Anzeige erstatten – die Schritte im Detail stehen in unserer Checkliste für den Ernstfall. Und die Betrüger-Nummer blockieren und bei WhatsApp melden, damit der Account gesperrt wird.